Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Wahl 09 Bildungspolitik
Artikelaktionen

Bildungspolitik

erstellt von Andreas Kainer zuletzt verändert: 24.04.2009 10:37

Bildungspolitische Schwerpunkte der FLÖ

Freier Zugang zu Masterstudien

Studieneingangsphase

Hochschulpolitischer Gesamtplan

Weiterentwicklung der Lehre



Freier Zugang zu Masterstudien

Die Unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ) sprechen sich für den freien Zugang zu Masterstudien aus. Der Bachelorabschluss hat sich am Arbeitsmarkt nicht etabliert, somit ist es unabdingbar, angehenden Akademikerinnen und Akademikern eine anerkannte abgeschlossene Ausbildung zu garantieren und sie nicht nach der Grundlagenausbildung auf die Straße zu setzen.

Im September 2008 wurde die Möglichkeit quantitativer Beschränkungen für fremdsprachige Master- und PhD-Studien eingeräumt. Im Novellierungsentwurf des Universitätsgesetzes 2002 sind qualitative Zugangsbeschränkungen für Masterstudien vorgesehen.

Die FLÖ sind der Meinung, dass die Einräumung der Möglichkeit, Masterstudien zu beschränken einen Schritt in die falsche Richtung darstellt und der Idee eines freien Hochschulzugangs entgegenwirkt. Einer generellen Beschränkung von Masterstudien wird dadurch Tür und Tor geöffnet, wodurch die Gefahr besteht , dass nur noch wenigen Studierenden eine abgeschlossene akademische Bildung gewährleistet wird. Der Abschluss eines Bachelorstudiums muss weiterhin Voraussetzung genug für eine Zulassung zu fachlich in Frage kommenden Masterstudien bleiben.


Studieneingangsphase

Die Unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ) schlagen für die geplante Studieneingangsphase ein stark ausgeweitetes dreistufiges Modell vor. Dieses soll in Schuloberstufen mit einem breiten Informationskonzept ansetzen und zu Beginn des Studiums mit einer intensiven Orientierungsphase, die einen repräsentativen Einblick in das Studium gibt, weiterlaufen. Nach dem zweiten Semester soll eine Reflexionsphase den Studierenden ein Bild vermitteln, wie geeignet das Studium für sie ist.

Das Bundesregierungsprogramm sieht in allen Studien verpflichtende flexible Studieneingangs- und Orientierungsphasen vor. Deren Ergebnis soll eine leistungsorientierte Feststellung der Kenntnisse für das weitere Studium sein.

Geplant ist, dass die positive Absolvierung der STEP eine Voraussetzung für das weitere Studium darstellt. Diese flächendeckende Zugangsbeschränkung ist noch viel schwerwiegender als Aufnahmetests, die es bereits für einige Studien gibt. Somit erfährt man erst nach einem Jahr, ob man das gewählte Studium fortsetzen darf.

Jede und jeder Einzelne muss selber entscheiden dürfen, was sie oder er studieren möchte. Deswegen stehen die FLÖ für Selbstselektion (Selbstentscheidung) vor Fremdselektion. Um die Studierenden besser über die Studienlandschaft in Österreich, die Inhalte des gewählten Studiums und dessen Eignung für sie selbst aufzuklären, schlagen die FLÖ ein dreistufiges Modell vor:

o1. Informationsoffensive in Oberstufenklassen
• Beginnend im vorletzten Schuljahr vor der Matura sollen potentielle Studierende breit über die österreichischen Studienmöglichkeiten informiert werden.
• Mittels Plakaten und Informationsmaterialien soll über einzelne Studien aufgeklärt werden. Diese können in inhaltlich zusammenpassenden Gruppen gesammelt bereitgestellt werden. Insbesondere soll auf weniger bekannte Studien aufmerksam gemacht werden.
• An mehreren Terminen im Semester sollen Schülerinnen und Schüler dazu angeregt werden, sich über Studien Gedanken zu machen, zum Beispiel im Rahmen von Maturantinnen- und Maturantentagen an Universitäten sowie durch Motivation zur eigenständigen Recherche oder Vorträgen.
• Österreichweiter Ausbau der ÖH-Maturantinnen- und Maturantenberatung.

o2. Orientierungsmonat zu Studienbeginn
• Im ersten Monat des Studiums soll der Schwerpunkt auf Orientierung liegen.
• Den Studierenden soll ein repräsentativer Einblick geboten werden, der über die Inhalte und den Ablauf des gewählten Studiums informiert.
• Nach diesem Monat sollte ein guter Einblick vorhanden sein, aufgrund dessen den Studierenden klar ist, was die Inhalte des Studiums sind, wie die Methodik der Umsetzung ist und ob das Studium ihren oder seinen Erwartungen entspricht.

o3. Reflexion nach dem ersten Studienjahr
• Nach dem ersten Jahr sollen den Studierenden automatisch Informationen zukommen, die über den eigenen Studienfortschritt Aufschluss geben, um zur persönlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Studienerfolg anzuregen.
• Es soll die Möglichkeit eingeräumt werden, freiwillig und anonym eine Reflexion des ersten Jahres bei der psychologischen Studierendenberatung in Anspruch zu nehmen. Diese soll auch gut beworben werden.
• Selbstselektion vor Fremdselektion. Die Studierenden müssen selbst darüber entscheiden dürfen, ob sie das Studium weiterführen möchten.


Hochschulpolitischer Gesamtplan

Als Unabhängige Fachschaftslisten Österreichs werden wir
• Ein Konzept für einen bildungspolitischen Gesamtplan vorlegen
• Eine österreichweite Diskussion über den Gesamtplan starten

Seit vielen Jahren wird von allen Involvierten festgestellt, dass es Österreich an einem Gesamtplan für die Schul- und Hochschulbildung fehlt. Bisher gibt es nur zögerliche Fortschritte in diese Richtung, niemand geht das große Projekt wirklich an.

Um unsere Zukunft aktiv zu gestalten, werden wir die nächsten zwei Jahre dazu nutzen die Diskussion über einen bildungspolitischen Gesamtplan österreichweit in die Gänge zu bekommen, sowie selbst ein Konzept vorzulegen, wie die österreichische bildungspolitische Landschaft weiterentwickelt werden sollte.


Weiterentwicklung der Lehre

Als unabhängige Fachschaftslisten Österreichs fordern wir
• Einrichtung eines Förderprogramms für Lehrinnovation

Wissenschaftsförderung bedeutet derzeit in Österreich ausschließlich Forschungsförderung. Der Stellenwert der Lehre, der zweiten wichtigen Säule der Universitäten, ist in den letzten Jahren in mittlerweile besorgniserregendem Maß zurückgegangen. Um dieser Fehlentwicklung entgegenzuwirken schlagen die FLÖ vor, ein nationales Förderprogramm für universitäre Lehrinnovation im Rahmen des Wissenschaftsfonds FWF einzurichten.

Bei einer Dotierung von 20 Mio. Euro pro Jahr und bei durchschnittlichen Projektkosten von ca. 50.000,- bis 100.000,- Euro können mehrere hundert Projekte finanziert werden, sodass alle Studienrichtungen in Österreich auch tatsächlich davon profitieren können. Die Fördermittel sollen für Personal, Materialkosten, Exkursionen, verlängerte Bibliotheksöffnungszeiten, Programmierkosten etc. sowie für hochwertige Aus- und Weiterbildung in Hochschuldidaktik verwendet werden können und mit geringem Antragsaufwand verbunden sein.

Mit diesem Förderprogramm für Lehrinnovation wollen die FLÖ die Ziele Verbesserung der universitären Lehre, Modernisierung der Lehrmethoden (vor Allem auch in didaktischer Hinsicht) und finanzielle Honorierung der Leistungen engagierter Lehrender erreichen.




Zurück zur Übersicht

Powered by Plone

Diese Website erfüllt die folgenden Standards: