Grundsätze
Die Grundsätze, nach denen die FLÖ arbeiten
Die Unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs streben bei den Wahlen 2009 eine Exekutivbeteiligung an allen Universitäten an, an denen sie kandidieren.
Das Ziel der Fachschaftslisten auf Bundesebene ist ein breites Mitwirken. Durch die gesammelten Erfahrungen aus 2007-2008, als die Fachschaftslisten auch in der Bundesexekutive mitarbeiteten, wissen wir, dass die größtmögliche Mitbestimmung durch eine Exekutivbeteiligung zu erreichen ist und streben eine solche auch für die kommende Periode wieder an.
Diese Zeit hat allerdings auch offenbart, dass es nicht einfach ist, eine parteiunabhängige Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft zu erreichen. Wie das letzte Jahr gezeigt hat, gibt es auch Mehrheiten ohne die Stimmen der Fachschaftslisten. Eine Exekutivbeteiligung werden wir deshalb nur eingehen, wenn folgende nicht verhandelbare Bedingungen erfüllt sind:
Unabhängigkeit
Die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft ist die Vertretung der Studierenden. Deshalb müssen die einzigen Interessen, denen nachgegangen wird, diejenigen der Studierenden sein. Wir treten dafür ein, dass die Ideologie parlamentarischer Parteien die Arbeit nicht beeinflussen und Parteizentralen nicht den Weg der ÖH bestimmen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir „unpolitisch“ sind. Für uns ist es selbstverständlich, dass Kontakte zu den Ministerien
und politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern notwendig sind, um eine aktive Interessensvertretung zu leben.
Hierbei legen wir stets großen Wert auf die Inhalte der behandelten Themen, unabhängig vom politischen Lager des Gegenübers. Es muss möglich sein, an allen Parlamentsparteien gerechtfertigte Kritik zu üben, aber auch gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, selbst wenn man die politische Einstellung der Verhandlungspartnerinnen und -partner nicht teilt. Nur so ist es unserer Meinung nach möglich, die Interessen der Studierenden bestmöglich zu vertreten und sich nicht in politischen Grabenkämpfen zu verfangen.
Ehrenamtlichkeit
Wir engagieren uns für die Studierenden, weil wir der Überzeugung sind, mit unserem Einsatz etwas bewirken zu können. Die gesetzliche Verankerung der Interessensvertretung bietet die Möglichkeit, die österreichische Bildungslandschaft mitzugestalten.
Wir bekennen uns zur Ehrenamtlichkeit der Arbeit in der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft. Viele von uns bringen persönliche Opfer und investieren viel Zeit und Energie in die zahlreichen Projekte.
Die Mitarbeit in der ÖH soll allen ermöglicht werden, wofür finanzielle Aufwendungen entschädigt werden müssen, allerdings ist es für uns essentiell, dass die Arbeit nicht bezahlt werden darf. Genauso soll verhindert werden, dass Ämter aus Interessen abseits der Studierendenvertretung angenommen werden, um zum Beispiel den Lebenslauf damit zu verbessern. Für uns steht nicht die persönliche Profilierung oder finanzielle Entlohnung, sondern eine gute und konstruktive Vertretungsarbeit im Vordergrund.
Einsatz gegen Diskriminierung
Es ist uns ein großes Anliegen in allen Facetten unserer Arbeit Diskriminierung jeglicher Art zu vermeiden und wir streben größtmögliche Gleichberechtigung an. Dies beinhaltet insbesondere die Gleichstellung von Frauen und Männern, gilt aber auch für viele andere Kriterien wie Staatsangehörigkeit, sozialen Status, Hautfarbe, sexuelle Neigung u.v.m. Es gibt keinen Grund, Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale zu benachteiligen und wir sprechen uns deshalb offen gegen Diskriminierung aus. Weiters distanzieren sich die Fachschaftslisten von allen Arten von Extremismus bzw. Radikalismus und verurteilen Sexismus, Rassismus, Faschismus und Nationalismus in jeder Form.
Basisorientierung
Neben den bundesweiten Aufgaben sehen wir es auch als Aufgabe der Bundesvertretung, alle weiteren Ebenen der Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft unabhängig von ihrer politischen Gesinnung zu unterstützen. Die behandelten Themengebiete überschneiden sich häufig und die beste Interessensvertretung ist dann gewährleistet, wenn Vertretungen an den Fachhochschulen, pädagogischen Hochschulen und Universitäten mit der Bundesvertretung konstruktiv zusammenarbeiten. Allerdings darf dies nicht zu einem Eingriff in die Autonomie der einzelnen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft ausarten, sondern muss stets auf freiwilliger Basis geschehen.
Da die Bundesvertretung institutionell bedingt wenig direkten Kontakt mit Studierenden hat, ist sie auf den Input der vertretenen Bildungseinrichtungen angewiesen. Österreichweite Kampagnen können nur mit Hilfe der Vertretungen an den Hochschulen durchgeführt werden. Deshalb sehen wir die Vorsitzendenkonferenzen als wichtig und zentral an. Ihre Beschlüsse sollen einen hohen Stellenwert einnehmen.
Weiters sehen wir es als Aufgabe der Bundesvertretung, entsprechende Fortbildungsmöglichkeiten für alle ÖH-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter zu organisieren.
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