Studienrecht
freier Zugang zum Master - unrealistische Studienzeiten - unser Anspruch an Universitäten
Freier Zugang zum Master- Studium
Im Jänner 2007 ließ die Rektorenkonferenz mit der Forderung aufhorchen, den Zugang zum Master-Studium nach dem Bachelor-Studium zu beschränken.
Die unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ) sind hingegen der Meinung, dass eine Absolvierung des Bachelor-Studiums unbedingt weiterhin zum Master-Studium berechtigen muss, da die Bachelor-Studien im Normalfall erst eine halbfertige akademische Ausbildung darstellen. So werden die Bachelor-Studien auch in der österreichischen Arbeitswelt nach wie vor nicht als vollwertiges Studium angesehen. Als Alternative zum Berufseinstieg bliebe nur, ein anderes Studium von Grund auf neu zu beginnen und dort auf einen Zugang zum Master-Studium zu hoffen, um nicht mit einer halbfertigen akademischen Ausbildung da zu stehen.
Mit der Beschränkung des Masterzugangs erweist sich plötzlich das Bachelor-Studium als Sackgasse. Daher fordern die unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs, dass ein fertiges Bachelor-Studium Qualifikation genug für das Master-Studium bleiben muss!
Unrealistische Studienzeiten
Die realitätsferne "Regelstudiendauer" (vulgo Mindeststudienzeit) sorgt oft für massive Probleme bei Familienbeihilfe und Stipendium. Um sich wirklich gut mit einem Fachgebiet auseinander setzen zu können benötigt man vielfach mehr Zeit, als einem der Studienplan zugesteht. Die damit verknüpfte Problematik der überfrachteten Studienpläne wurde durch die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudien im Normalfall leider nicht behoben, da meist versucht wurde, die Inhalte der bestehenden Magister- und Diplomstudien auch im selben Umfang in das neue Korsett zu pressen.
An manchen Universitäten sind aber auch schlichtweg zu wenig Kapazitäten vorhanden, um allen die Möglichkeiten zu bieten in der sogenannten "Regelstudiendauer" ihr Studium zu absolvieren. Dem ist durch vorausschauende Planung der Universitä-ten und ordentliche Budgetierung aus öffentlichen Mitteln entgegenzuwirken.
Wir fordern daher, dass Familien- und Studienbeihilfen sich nicht an der Regelstudienzeit, sondern an der Durchschnittsstudiendauer orientieren.
Unser Anspruch an Universitäten
Die postsekundäre Ausbildung in Österreich befindet sich mit der Umstellung auf Bachelor-Master-PhD-Studien (Bologna-Prozess), der Etablierung der Fachhochschulen und der Hochschulwerdung der PÄDAKs im Umbruch. Die unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs setzen sich dafür ein, dass dabei die universelle Herangehensweise an Wissenschaft bzw. Kunst eine zentrale Eigenschaft von Universitätsstudien bleibt und das Studium so (Aus-)Bildung fürs Leben statt nur für einen speziellen Arbeitsplatz bietet.
Keine Verschulung der Studienpläne
Die unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs lehnen die Verschulung besonders bei Bachelor-Studien als untauglichen Versuch, die Studienzeiten zu senken, ab. Die gründliche Auseinandersetzung mit Inhalten, welche eine individuelle Zeit- und Prüfungseinteilung erfordert, ist damit nicht mehr gewährleistet. Die Qualität der universitären Ausbildung liegt nicht zuletzt auch in der Möglichkeit zur persönlichen Schwerpunktsetzung im Studium, für die die Freiheitsgrade im Studienplan erforderlich sind.
Rechtssicherheit für Studierende
Studierende, die ihre Ausbildung in Eigenverantwortung organisieren, brauchen Planungssicherheit. Dies umfasst neben vielen anderen Aspekten des Studiums vor allem die planmäßige Abhaltung von Lehrveranstaltungen, faire Übergangsfristen und -bedingungen für neue Studienpläne. Dies ist nicht zuletzt Ausdruck eines respektvollen Umgangs der Universitäten mit ihren Studierenden, für den sich die unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs einsetzen.