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Feminismus und was VSSTÖ/GRAS davon halten
22.11.2006 13:54 | Von hbrandl | Permanenter Link | AllgemeinDiskriminierung auf Grund des Geschlechts sind leider noch immer an der Tagesordnung. Die meisten Fraktionen sprechen sich dagegen aus. Für manche bleibt es dabei aber teilweise bei einem Lippenbekenntnis. Vom RFS ist man es ja bereits gewöhnt dass er gendergerechte Formulierungen nicht verwendet. Dass aber auch VSSTÖ und GRAS rein männliche Formulierungen verteidigen, hat mich dann doch verwundert.
Bericht aus der letzten Bundesvertretungs-Sitzung
In der letzen BV-Sitzung lag unter anderem der Jahresabschluss der BV zur Genehmigung vor. Bereits im Vorfeld wurde die VSSTÖ/GRAS Exektuive von Seiten der FLÖ darauf aufmerksam gemacht dass dieser nicht gendergerecht formuliert wurde.
Als dieser nun in der Sitzung selbst den Mandatarinnen und Mandataren vorgelegt wurde war der Plan von rot/grün einen Zettel dazuzulegen auf welchem unter anderem darauf aufmerksam gemacht werden sollte dass selbstverständlich auch jeweils die weiblich Form gemeint ist wenn nur die männliche verwendet wird. Dass man sich bei dieser Methode in die Steinzeit zurückversetzt fühlt störte rot/grün nicht wirklich.
Von Seiten der Fachschaftsliste wurde der Jahresabschluss diesbezüglich - selbstverständlich - stark kritisiert. Exemplarisch für das Weltbild von VSSTÖ und GRAS möchte ich zwei Ereignisse schildern.
Der Vorschlag der FLÖ war gänzlich einfach. Man möge den Jahresabschluss in der heutigen Sitzung nicht beschließen und von den Prüferinnen und Prüfern eine neue, gendergerecht formulierte, Version anfordern und diese in der nächsten Sitzung vorlegen. Aus uns unerklärlichen Gründen stoß dies auf vehemente Ablehnung von VSSTÖ und GRAS. Es ging sogar soweit dass der Listensprecher der GRAS sinngemäß in den Raum stellte, dass wir uns überlegen müssen ob uns gendergerechte Formulierungen 5000 Euro wert sind. (Wobei die Änderung eines Jahresabschluss niemals 5000 Euro kosten kann.)
Nachdem die FLÖ nicht locker lies kam der Wirtschaftsreferent auf eine Idee. Man könnte doch einfach den Jahresabschluss im Original nur den offiziellen Stellen schicken. Nach außen hin - sprich zu uns Studierenden - würde nur eine gendergerecht formulierte Version publiziert werden. Natürlich wäre dies eine Möglichkeit gewesen den Schein, dass VSSTÖ und GRAS für Feminismus und gendergerechte Sprache eintreten, zu waren. Jedoch musste er sich dafür heftiger Kritik von unserer Seite anhören. Wir können nicht akzeptieren dass die Bundesvertretung ihren Mitgliederinnen und Mitgliedern - also allen Studierenden - etwas vorlügt. Es kann doch nicht sein dass intern noch in den alten Denkmustern gearbeitet wird und nach außen eine heile Welt vorgespielt wird. Schlußendlich, nach dem wir den Mandatarinnen und Mandataren stark ins Gewissen geredet hatten, zog der Wirtschaftsreferent seinen diesbezüglichen Antrag zurück.
Was mich aber wirklich bestürzte, ja schockierte, war die Passivität wie die einzelnen MandatarInnen von VSSTÖ und GRAS sich dem Geschehen widmeten. Die Ideale welche sie im Wahlkampf nicht müde werden zu betonen wurden von ihren eigenen Leuten verraten. Und keinE einzigeR sprach sich dafür aus den Jahresabschluss gendergerecht formulieren zu lassen. KeinE einzigeR brachte ein Wort der Kritik gegenüber der amtierenden Exekutive hervor. Sie alle liesen es zu dass einige wenige aus ihren Reihen für einen Jahresabschluss eintraten welcher Frauen nicht kennt.
Schlußendlich wurde der Jahresabschluss dank der absoluten Mehrheit von rot/grün genehmigt.
Für mich hat seit dieser Sitzung weder VSSTÖ noch GRAS etwas mit Feminismus zu tun.