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Abschaffung der Studiengebühren - Teil 3

| Von hbrandl | Permanenter Link | Allgemein, Studienrecht

Grazer Studiengebühren Demo Jänner 2007Es ist vollbracht. Der Nationalrat hat in seiner heutigen Sitzung die Abschaffung der Studiengebühren für einen großteil der Studierenden beschlossen! Für das Wintersemester müssen wir noch ein letztes Mal einzahlen. Ab Sommersemester 2009 wird der lange Kampf der Studierenden, der ÖH und der FLÖ belohnt.

Im Jänner 2007 waren wir auf der Straße um zu zeigen, dass wir uns von der Politik nicht alles gefallen lassen. Damals gingen Studierende in ganz Österreich auf die Straße.

Damals trug ich noch ein Banner mit der Aufschrifft "Stoppt die Verarschung". 20 Monate später kann ich sehen, dass unser Protest und alles was davor war und was darauf folgte einen großen Teilsieg zur Folge hatte.

Auch wenn Studierende an Fachhochschulen, Nicht-EWR BürgerInnen und jene Studierende welche oft unverschuldet länger studieren als nötig weiterhin Studiengebühren zahlen müssen, so fallen die Gebühren für eine große Mehrheit - ein großer Schritt in die richtige Richtung. Österreich hat damit einen Weg eingeschlagen welcher entgegen dem europäischen Trend ist. Studierende in ganz Europa werden heute nach Österreich schauen und sich mit uns freuen. Entgegen den Befürchtungen mancher kann diese Trendumkehr in Österreich, gleichzeitig der Beginn einer Trendwende in Europa sein.

Bildung drohte bis jetzt in Europa zunehmend zu einer Ware zu werden, welche in hoher Güte nur für Reiche zur Verfügung steht, während sich der Rest auf niedrigem Niveau abspeisen lassen muss. In einem Europa der Zukunft sollte jedoch Bildung ein Wert an sich sein, welcher allen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, auf möglichst hohem Niveau zur Verfügung steht.

Dass die (teilweise) Abschaffung der Studiengebühren nur ein erster Schritt ist und noch viele weitere folgen müssen, damit es in Österreich keine sozialen Hürden am Weg zur akademischen Bildung gibt versteht sich dabei von selbst.

Wir brauchen

  • die vollständige Abschaffung der Studiengebühren
  • ein neues Schulsystem, welches SchülerInnen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft maximal fördert
  • eine neue LehrerInnen(aus)bildung, welche LehrerInnen hervorbringt welche sowohl über ausgezeichnete Fachkentnisse als auch über ausgezeichnete pädagogische Fähigkeiten verfügen, sowie ein dazu pasenndes Dienstrecht
  • eine gute Beratung vor Studienbeginn welche sicherstellt, dass alle das studieren was sie wirklich wollen
  • ein neues Beihilfensystem (Familienbeihilfe, Studienbeihilfe, ...), welches allen Studierenden unabhängig ihrer Herkunft erlaubt sich vollzeit auf ihr Studium zu konzentrieren
  • Universitäten, welche sich aktiv um Studierende aus niedrigen sozialen Schichten bemühen und diese dann geziehlt fördern
  • ausreichend finanzierte Universitäten, welche über die nötigen finanziellen Mittel verfügen um Studierende eine (Aus)bildung auf höchstem Niveau bieten zu können
  • sowie eine wissenschaftliche Perspektive für junge ForscherInnen (Kollektivvertrag), damit diese nicht gezwungen sind ihre Zukunft im Ausland zu suchen oder in die Wirtschaft zu gehen.

Diese Anliegen sollten für alle bildungspolitischen EntscheidungsträgerInnen eine Selbstverständlichkeit sein. Dafür, dass sie dies werden und wir damit eine Zukunft erhalten wie wir sie uns vorstellen, werden wir auch in Zukunft arbeiten und kämpfen.
Durch die (teilweise) Abschaffung der Studiengebühren wurde jedenfalls ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung getan.


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